07|09|10
„Musiker sein ist manchmal unglaublich scheiße!“ und andere Madsen-Weisheiten

Und weiter geht’s im Street Gigs Plausch mit Madsen, die am 25. September in der Kletterhalle Ludwigshafen ihren bereits zweiten Street Gig spielen werden. Im zweiten Teil des Interviews geht´s um Labyrinth-Situationen, Sebastians Sturz, Lena, Fußball und diverse Aussprache-Taktiken…:
Kommen wir zu eurem aktuellen Album „Labyrinth“. Es gibt ja immer wieder Situationen im Leben, in denen man nicht genau weiß, wo lang. Ward ihr schon mal in einer Lage, in der ihr nicht wusstet, ob links, rechts oder geradeaus, auch auf die Musik bezogen?
Sebastian: Ach, immer wieder. Man steht immer wieder an dem Punkt, wo man nicht weiß, wie geht’s jetzt weiter. Musiker sein ist manchmal auch unglaublich scheiße und dann aber auch oft wieder ganz, ganz toll. Also es gibt da natürlich immer wieder den Ausgleich. Für uns ist das der beste Job der Welt, das steht völlig außer Frage. Aber man befindet sich oft und regelmäßig in einem Labyrinth. Mit unserer Vorgängerband beispielsweise, da waren wir irgendwann an einem Punkt, da haben wir eine Platte aufgenommen. Eigentlich genau wir, wie wir hier sitzen, wir haben auch in dieser Band gespielt, „Hoerstuatz“ hießen wir. Das Album wurde nie veröffentlicht, hatte das hier alles überhaupt irgendeinen Sinn?! Das hatte dann aber wieder zur Folge, dass wir uns zusammen überlegt haben, lasst uns doch einfach etwas ganz anderes machen. Dann hat sich die Band Madsen gegründet. Das war eines der besten Dinge, die bisher in unserem musikalischen Werdegang so passiert sind. Deswegen ist es auch toll, immer wieder in schwierige Situationen zu kommen. Das Thema, das Labyrinth, das kommt immer wieder!
Sebastian, den Unfall, den du ja relativ gut überstanden hast, war das eine Situation, die dich in irgendeiner Weise dazu gebracht hat, umzudenken?
Sebastian: Ja, der Unfall hat einiges bewirkt und wird auch noch viel bei mir bewirken. Zum einen natürlich das logischste: Dass man ein bisschen vorsichtiger ist, dass man sich nicht in Situationen noch einmal freiwillig begibt, ohne vorher abzuchecken, wie sicher etwas ist und dann aber auch so eine gewisse Dankbarkeit, die gerade bei mir tief verankert ist. Gerade wo wir jetzt über das Hurricane Festival gesprochen haben. Als wir da vor zwei Jahren waren, bin ich dort vor Aufregung gestorben und dieses Jahr war es so, dass ich natürlich auch aufgeregt war, aber mich eigentlich eher darauf gefreut habe. Das war der Unterschied zum letzten Mal und das haben die Leute glaube ich auch gespürt. Ich war einfach froh, dass wir überhaupt spielen konnten und dass es dann auch noch so toll geworden ist, das ist dann noch einmal ein schöner Effekt oben drauf.
Seid ihr eigentlich mehr die „Drüber-Reder“, die alles ausdiskutieren? Oder seid ihr die, die frei nach dem Männer-Klischee einfach alles in sich rein fressen und lieber einen heben?
Sascha: Wir reden generell viel. Das liegt glaube ich auch in der Familie. Wir heben aber auch ganz gerne mal einen.
Sebastian: Es trifft beides zu.
Sascha: Genau. Man kann eigentlich nicht genug reden, aber man kann Sachen auch total zäh reden und wir können alles! Wir können drüber reden, wir können auch Sachen ausschweigen, und wir können Sachen auch total zäh reden. Und dann abends, wenn alles klar ist, dann trinken wir schön einen zusammen.
Lena, Fußball, Berlin – seid ihr eigentlich Hype anfällig?Sebastian: Wenn der Hype gut gemacht ist, dann sind wir Hype anfällig.
Sascha: Auf jeden Fall. Hype ist ja nicht gleich schlecht.
Johannes: Mein letzter Hype, den ich richtig mitgemacht habe, war der LOST-Hype, die Serie.
Sebastian: Diese Lena, also wenn wir schon beim Thema sind, die tut mir schon ein bisschen leid. Ich meine, das ist ja schon ein riesen Ding, diesen Titel seit 1982 zu holen. Doch dann ist auch noch WM und ich habe das Gefühl, es redet keiner mehr davon. Vielleicht liege ich auch falsch, aber ich habe das Gefühl…
Sascha: Ach, mit dem „Schland oh Schland“, das ist doch eigentlich auch sie.
Johannes: Das zieht das total in den Dreck. Das ist ja ganz schlimm.
Sascha: Ach wieso?! Ja natürlich ist das schlimm, aber ich habe gelesen, dass Lena das gut findet…