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03|05|10

Ein „Ohooo“ ging durch Bremen und wird fortgesetzt von Phoenix in Köln!

Nach diesem Street Gigs Wochenende gibt es drei Erkenntnisse festzuhalten. Erstens: Alle Schienen führen in die BSAG Zentralwerkstatt. Zweitens: Bremen ist ein Chor. Drittens: Jazz ist Rock´n´Roll. Bedingung für all das: Klaviermaestro Jamie Cullum steht auf der Bühne!

Eine Hansestadt dreht am Rad: Während sämtliche Maschinen und Werkzeuge Ruhetag hatten und die Busse imposant in der Luft schwebten, feierten 1000 begeisterte Bremer einen britischen Superstar, der nicht mehr zu stoppen war – weder von der Aschewolke, die seine Anreise aus Australien erschwerte, noch vor seinen geliebten und meterhohen Sprüngen vom Flügel.

Nachdem Support Act Enno Bunger vorgelegt hatte, betrat Jamie die Bühne und haute direkt seine Version von „Please Don´t Stop The Music“ in die Tasten. Natürlich hielt es ihn hierbei nicht lange auf dem Sessel und Cullum spielte im Stehen weiter. Und egal ob Vollblutfans oder das breitschulterige Security-Personal – der 1,60 Meter große Jazz-Gigant brachte mit dem, was er im Laufe des Abends an musikalischer Genialität auffuhr, die Füße von wirklich jedem zum mitwippen.

Als Cullum dann eine weitere Single seines aktuellen Albums “The Pursuit” zum Besten gab, wurde das Motto des Abends nochmals perfekt unterstrichen: “The wheels are falling off the world” – anders gesagt, am 1. Mai stand die BSAG Zentralwerkstatt in Bremen Kopf. Und daher blieb trotz ruhigeren Einlagen wie bei „Photograph“ keine Zeit zum Ausruhen, denn Jamies nächster musikalischer Streich folgte zugleich: Die Beat-Box-Jam-Session!

Dort stellte der Brite nicht nur Außergewöhnliches mit seiner Stimme an, sondern wandeltet den Deckel seines edlen Flügels auch eben mal zum Percussion-Instrument um, und als das noch zu wenig war, wurden halt auch die Saiten gezupft – des Flügels versteht sich. Aber keine Sorge, während diese begnadete Einlage beim Publikum Sprachlosigkeit bewirkte, blieb Cullum entspannt wie eh und je, mal eben lässig durchs Haar gestruppelt, ein verschmitztes Lächeln – und nachdem er seinen Klaviersessel geschmeidig zur Seite gekickt hat, ging´s weiter mit der nächsten Heldentat.

Im Übergang zum Swing-Klassiker „I Get A Kick Out Of You“ gab´s noch eine amüsante Deutschstunde und Cullum bat die Menge: „Noch ein Bier!“, bevor er vom Flügel an die Hammond Orgel wechselte. Mit „High And Dry“ folgte eines der wenigen legitimen und guten Radiohead-Cover überhaupt und damit die Ruhe vor dem Sturm, besser gesagt – dem „Mixtape“-Finale.

Hier ließ es sich Cullum erneut nicht nehmen, den 1000 Mann starken Chor zu animieren und jumpte vor Freude in den Bühnengraben, von dort wieder aufgetaucht verließ er die Bühne, doch das „OOOOOOHOOOOOHOOO“ im Publikum blieb – und so kam auch der Cullum zurück, setzte sich an den Flügel und das „Ohooo“ ging in die Zugabe!

Dies war der zweite Street Gig des Jahres 2010, nun geht die musikalische Hochstapelei weiter und zwar in 16 Meter Höhe auf dem Parkdeck der Koelnmesse. Dort präsentieren die Telekom Street Gigs am 24. Juni parallel zur c/o pop Phoenix live!

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